B 58 vorsorglicher Austausch von Kühlsystem Komponenten

  • Hier mein Bericht über eine große Wartung an meinem 540i Baujahr 2017.


    Da mein Auto nun im neunten Jahr seiner Lebensdauer ist und ich die 120.000 km erreicht habe, wollte ich dringend die mittlerweile bekannten Schwachstellen des Kühlsystems vorsorglich überarbeiten.

    Dazu wollte ich auch wissen, wie schlimm die tatsächliche Verkokung der Ansaugbrücke ist.

    Mit dem Gedanken, falls notwendig ein Walnussschalenstrahlen zu tätigen.

    Programm war folgende Teile jetzt zu erneuern und auszutauschen:

    Wärme Management Modul.

    Mechanischer Hauptwasserpumpe.

    Ölfilter Gehäuse.

    Kunststoffstutzen am Motorblock.

    Der AusgleichsBehälter mit Verschluss habe ich schon vor zwei Monaten ersetzt, weil er porös war und Kühlmittel verloren hat.


    Ich habe nun bei der katastrophalen Hitze zwar mit einer Hebebühne, aber ohne Halle im Freien die Arbeiten angegangen.


    Ganz großer Vorteil von der Hitze ist, dass die ganzen Kunststoffteile deutlich geschmeidiger sind, weil man wahnsinnig viel schnell Verschlüsse Steckverbindungen und Kunststoffteile bewegen und Knicken muss.

    Hier habe ich es tatsächlich geschafft, nichts abzubrechen. Keine Nasen, keine Halter,stifte.


    Die Ansaugbrücke/Lade Luftkühler waren sehr sauber. Auch die Einlasskanäle sah überraschend gut aus. Die einzigsten Ablagerungen gab es ein wenig an den Ventilen, für mich war hier also kein Handlungsbedarf, was mich schon mal gefreut hat.


    Die ganzen anderen Anbauteile rauszuholen, hab ich schon als sehr anstrengend empfunden . Bei jedem Schritt habe ich ausführlich eine Fotodokumentation gemacht, damit ich nachher auch wirklich wieder jeden Halter und jeden Schlauch, jedes Kabel in der selben Position wieder zurück baue, wie ich es gelöst hatte.


    Alle Bauteile, die ich ausgetauscht habe, waren eigentlich in sehr gutem Zustand.

    Alle Kunststoffteile immer noch stabil, keine Ausbrüche, auch die Gummidichtungen waren natürlich platt gedrückt, sahen aber meiner Meinung nach gut aus.

    Hat sich’s trotzdem gelohnt?

    Ich denke schon, ich bin in der Mitte der Lebensdauer des Fahrzeugs angekommen und ich habe alles mit Original BMW Teilen ausgetauscht. Ich erhoffe mir also hier keinen Ausfall der Bauteile in den nächsten Jahren.


    Bevor ich das System wieder befüllt habe, habe ich es mit einem Druckprüfgerät unter 1,2 bar Druck gesetzt und diesen eine halbe Stunde halten lassen.

    Beide Kühlmittelkreisläufe waren von Anbeginn ohne Druckverlust und dicht.


    Befüllt habe ich dann mit einem Vakuum Gerät das ganze System erst mal in den Unterdruck gebracht und dann frisch an gemischtes Kühlmittel über das Vakuum in den Motor gesaugt.

    Danach hab ich die Entlüftung Routine angeschmissen bedeutet man muss den Warnblinker einschalten, das Abblendlicht und den Gurt am Fahrersitz einstecken. Das ganze Procedere nach Anleitung gestartet und durchgezogen.



    Beim ersten Motorlauf hat sich der Motor erst mal extrem geschüttelt, Fehlermeldungen geschmissen und wollte schon eine Nachricht an den BMW Service absenden weil ein Haufen Fehler geschmissen wurden.

    Es hörte sich nach einem mechanischen Defekt an. Und ich dachte wirklich, du hast Mist gebaut.


    Als ich mir die ganzen Fehler angeschaut hab, war klar es geht um die Drosselklappe und dann war mir auch klar, diesen Stecker hatte ich nicht mehr eingesteckt, das nachgeholt und die Fehler gelöscht. Dann lief das Auto erst mal.

    Am Samstag hatte ich dann in der Hitze das Auto noch komplett zusammengebaut und dann eine 100 km große Fahrt angetreten. Bei 35° Außentemperatur. Das Auto lief wie gewohnt keine Fehler mehr gelegt. Die Kühlwasser stände in Ordnung. Nun werde ich nach 500 km noch einmal die Bodenverkleidung abbauen und schauen, ob auch das Ölfiltergehäuse bezüglich Öl dicht ist.


    Abschließend ist zu sagen, dass von Anbeginn meine Kühler Jalousie nicht funktioniert. Es wäre für mich absolut kein Problem dies zu reparieren, aber mein Gedanke war dabei immer. Ich bin froh, wenn vorne so viel wie möglich frisch Luft auch im Winter reinkommt, weil die Motoren mittlerweile Thermisch so hoch temperiert sind. Das ist zwar für den Verbrauch gut, ist aber nichts für die Lebensdauer der Kunststoffteile.

    Zudem wechsle ich alle 10.000 km das Öl. All die Maßnahmen tragen meiner Meinung nach dazu bei, dass die Kunststoffteile doch noch in einem erstklassigen Zustand sind.


    Wenn ich das Ganze jetzt noch mal tun müsste, wäre ich natürlich mindestens doppelt so schnell. Man braucht zum Beispiel nicht wie in der Reparatur Anleitung angegeben, den Wärmetauscher vom Getriebe abbauen. Hier würde es bedeuten, dass das Getriebeöl wieder nachgefüllt werden muss mit dem Tester.

    Nach Lösen aller Halte Schraube konnte dieser weit genug weg gebogen werden, ohne den Kreislauf des Öls zu öffnen und man ist an die Halte Schrauben des Ölfilter Gehäuses drangekommen.


    Nun hoffe ich, dass das System auch dicht bleibt und sich nichts löst. Da die meisten Schrauben mit zehn Newtonmeter angezogen wurden, hatte ich Bedenken, ob das nicht zu wenig ist. Aber so stets tatsächlich in der Reparaturanweisung.


    Beste Grüße.

    Clemens