Beiträge von MaschinenChirurg

    Nun kommt wieder mein Glaube, dass die Dramatik insgesamt höchstens für viel Kurzstrecken und Stadtfahrer zum Tragen kommen könnte.

    Ich sehe die Dramatik etwas weniger. Wer sein Auto gar nicht ein Leben lang behalten will, den kümmert es nicht.


    Somit kann die Gefahr ja nicht so riesig sein

    Bin ich bei dir, Initial waren die Fahrzeuge anfälliger.

    Aber wie du sagst, es fallen jetzt nicht Tausende Fahrzeuge aus wegen StartStop.


    Die Technik entwickelt sich weiter, schade nur das man als Käufer so wenig über seinen privaten Besitzt mitentscheiden darf.

    Aus meiner Praxiserfahrung kann ich berichten, dass einige Motoren im Leerlauf mit gerade einmal 0,5 bar oder sogar noch weniger Öldruck laufen. Ob es da so sinnvoll ist SS zu deaktivieren will ich nicht beurteilen

    Da würde ich lieber 0,5 als 0,0. Bei 0,0 und einiger Zeit stehen hast du null oder noch weniger Öl Film.

    Ich finde mal raus ob 0,5 Bar als minimal Schmierung im Leerlauf reicht oder was die folgen sind.


    Der Punkt mit dem niedrigen Öl Druck ist schon länger ein Thema bei den KfZlern und viele bieten Upgrade Öl-Pumpen an (Ob das lohnt?), wie viele Motoren gehen denn wegen der Mangelschmierung kaputt? Hast du da weitere Infos?

    G30 gefällt mir besser, Auswahl ist mit G31 allerdings größer- Fahrprofil für ca. 20k im Jahr:

    2x die Woche 50km/Tag (ins & vom Büro, gemischt Landstraße + Schnellstraße + Stadt)
    am Wochenende häufig 400-500km , überwiegend Autobahn und Landstraße.
    dazwischen leider kurze Erledigungsfahrten zum Einkauf und Gym mit jeweils 3-7 km pro Strecke

    Ich fahre einen 530d, mein Fahrprofil ist ähnlich:

    -35km Dorf/Stadt/LAndstraße/Autobahn 2x am Tag

    -350km am Wochenende 2x

    -Erledigungsfahrten so um die 5 bis 7km


    Bisher steckt das Triebwerk es gut weg, hab 225tkm runter und alles ok, der vollständigkeitshalber: Ich habe allerdings auch einmal meine ASB getauscht.

    Oder andersrum gefragt - wie viele Starts kann ein Starter der für SS optimiert ist.

    Aus dem Motorenbauer Buch von Hoag, dort kannst du genau nachlesen das herkömmliche Starter so um die 50k bis 100k schaffen müssen und dafür ausgelegt sind.

    StartStopp optimierte sind bis 500k ausgelegt. Also können die Starter im Verhältnis ungefähr das 10 Fache ab.


    Mir fehlen weiterhin messbare Fakten, wie groß der "Schaden" durch SS ist. Dazu gibt's auch bei der Studie keine Aussage.

    Hier ziehe ich zum Beispiel meine Quellen 1 und 2 zu rate, ein Startvorgang benötigt ungefähr 0,4 bis 0,8sek im besten Fall (Einflüsse wie Umgebungstemparatur etc vernachlässigt) und nach Anlauf baut sich der Öl Film auf.

    Wenn wir diese Zeiten einfach addieren, verbringt ein Motor ohne StartStop ca 5 bis 10min in diesem Mischbereich (Beim ersten Start sogar im metallischen Bereich) und ein StartStopp Motor 1,5h bis 2h. DAs ist eine Relation die

    man so ableiten darf.


    Es muss doch mindestens einen messbaren Wert geben, der die Schädlichkeit darstellt und ins Verhältnis setzen kann.

    Quelle 3 beantwortet hier die Frage nach Materialabtrag.

    Die haben nachgemessen in den Lagerschalen in welchem Verhältnis die Opferschicht abgenutzt wird.

    Mit StartStopp gegenüber einem Motor ohne summiert wie auch oben den reine Reibkontakt sich auf bis zu 2h.

    Das muss man sich so vorstellen als ob man den Motor immer wieder ankurbelt ohne öl, ihn aber zwischen den Startvorgängen abkühlen lässt.

    Und hier werden moderne Lager eben auch hoch veredelt und beschichtet um diese Abnutzung auf hunderttausende Starts auszulegen.


    Die Motoren können das ab, aber jetzt stell dir vor die sind auf 500k Starts ausgelegt, man deaktiviert StartStopp, und der Motor hat nur 50k Starts in seinem leben. Das ist ein 10 Fach weniger Verschleiß.


    Dagegen ist das durchblubbern lassen der Verkokung förderlich.

    Wo kann man das nachlesen? Nach meinem Verständnis sollte das nicht so sein bei modernen Motoren.

    Manchmal erinnert mich die verzweifelte Verunglimpfung von SS doch sehr an die Horrorszenarien zu E10,

    Eigentlich verunglimpfen nachweisbare Vorgänge und Fakten kein Thema, sondern tragen zu Erkenntnis und Verständnis bei.

    Wer den Fakten Emotionen und Parole überstülpt, der verunglimpft.



    Angenommen, dass alles richtig ist,

    Ist es, deswegen meine Quellen. Die kann jeder prüfen und über Journals nachlesen.


    Bei hypothetisch 500 tkm die ein Motor schafft, sind es jetzt 10tkm, 100tkm, 150tkm weniger ?

    Es geht nicht um die KM sondern um die Anzahl der Starts.

    Von welcher SS Häufigkeit redet man denn überhaupt ?

    Diese Zahlen gibt es, liegen aber meiner Kenntnis nach nur als Lastenheft den Herstellern vor.

    Einzige Quelle die ich finden ist ein Fachvortrag eines Boschingenieur: LUK Fachtagung

    Bis zu 500.000 Starts. Nunja, eine Beispielzahl mit KM Leistung war ja in den vorigen Beiträgen zu entnehmen, jetzt kann man schon selbst abschätzen welche Dimensionen hier anliegen.#


    Fahrzeuge mit SS sind darauf ausgelegt in ihren Bestandteilen und ich glaube, dass die mantraartig geschürte Angst kein Beweis darstellt.

    Die Fahrzeuge sind gut darauf ausgelegt. Mit Fakten soll jeder für sich und sein Fahrzeug einen Umgang definieren. Dieser Umgang muss aber nicht ein Lineal sein welches auch für andere gild.

    Angst schüren ist auch, meiner Meinung nach, der Falsche weg. Aber Fakten finde ich immer spannend, denn wenn sich ein wenig auskennt, dann erkennt wieviel NichtWissen ganz sicher unter die Leute gebracht wird.

    Denn während der "Aus-" Phase verschleißt im Vergleich zu einem im Leerlauf (weiter-)laufenden Motor nichts, Kraftstoff wird auch keiner eingespritzt.

    Wobei, eigentlich guter Denkanstoß.


    Wann ist StartStopp gegenüber einem Durchlauf im Vorteil?

    Vielleicht ab einer gewissen warte und Standzeit?


    Weißt du da mehr?

    - kannst Du auch sagen bzw. hast Infos wie sich das auf den Turbo und seine Schmierung auswirkt. Insb wenn die Start/Stop bspw. beim Segeln auf der BAB "zuschlägt"

    was mich zum nächsten Punkt bringt

    Ist der Motor aus, stehen die mechanischen Komponenten. Das schließt die ÖlPumpe mit ein. Der Öl Film bricht zusammen, es kommt zum cracken der kleinen restlichen Öl Mengen an sehr heißen stellen.

    Mischreibung wie oben beschrieben. Gesund ist das nicht, Bauteile sind allerdings darauf ausgerichtet. Kühlung läuft, von Modell zu Modell unterschiedlich, über die Zusatzwasserpumpe weiter respektive Heizungspumpe oder eben nicht.

    Ich verstehe den Segelmodus auch eher als Senkung des CO²-Flottenwerts, aber meine persönliche Meinung.



    - macht es einen Unterschied on Start/Stop im Stand (Ampel) oder in Fahrt (Segeln BAB) den Motor abstellt oder ist die Belastung für Material / Motor gleich

    Von den vorangegangen Punkten könnte man ableiten (Das ist jetzt mein tribologisches Verständnis) :

    An der Ampel Startet der Motor nach dem "Stopp" meist in den Leerlauf, dann in D und hat etwas Zeit den Schmierfilm aufzubauen (Je nach Standzeit, da gibt es keine Blaupause für jede Phase).

    Startet der Motor nach dem Segeln muss er innerhalb von Millisekunden den Film aufbauen und in Last gehen, für zB 130km/h.

    Meinem Verständnis nach ist der Zustand nach Segeln mit deutlich höherer Mischreibung beaufschlagt als an der Ampel.

    Allerdings hat BMW dies auch so programmiert das es Sperralgorithmen gibt die ein "Aus- und Einschalten" abschalten wenn es der Zustand des Triebwerk gerade nicht zulässt.

    Da kann man auf BMW vertrauen, allerdings schaltet dies trotzdem nicht die Physik aus respektive muss man bedenken das jetzt nicht reihenweise Autos ausfallen wegen StartStopp.

    Die Konstruktionen sind gut sonst würde das Kraftfahrtbundesamt mit Sicherheit reagieren und BMW ebenso.

    Das wäre meine Einschätzung dazu.

    Ja, die Bereinigung. Denn während der "Aus-" Phase verschleißt im Vergleich zu einem im Leerlauf (weiter-)laufenden Motor nichts, Kraftstoff wird auch keiner eingespritzt.

    Das ist richtig und definitiv logisch, in ruhe entsteht kein verschleiß, allerdings ist die mechanische Beanspruchung durch mehrere Start/Stopp Vorgänge viel höher als wenn der Motor einfach durch läuft. Dies wirkt sich auf die Lebensdauer der Komponenten die daran beteiligt sind, deutlich aus.

    Dazu kann man gut meine 2te Quelle nutzen um das zu verstehen respektive Quelle (4), "DAS" Buch der Motorenbauer.

    Das Thema sollte man weder der Youtube Akademie noch Pseudowissenschaften gar dem Stammtisch überlassen.

    Grundsätzlich belastet StartStopp die Mechanik definitiv mehr als ein Dauerlauf. Allerdings wurden die Motoren mit der Zeit

    auch immer besser auf diesen Einsatz vorbereitet.


    (1) Mangelschmierung der Lagerschalen bei Start/Stopp:

    Hydrodynamischer Schmierfilm, wenn der Motor läuft, erzeugt die Drehung der Kurbelwelle einen Öldruck, in diesem "schwimmt" die Welle auf und trennt die Metallflächen.

    Stoppt der Motor, fällt der Öldruck ab und die Kurbelwelle "sinkt" durch ihr Eigengewicht auf die Lagerschale.

    Beim erneuten anlassen herrscht für kurze Zeit eine Mischreibung aus noch vorhandenem Ölfilmrest und den Metalloberflächen (Zu dünnes Öl ist ein anderes Thema)

    Lagerschalen wurden mit Beschichtungen allerdings auf diesen Einsatz vorbereitet und die meisten Öle angepasst, die genau in der Millisekunde Lagerschale und Welle schützen sollen.

    Bewiesen wurde in tribologischen Untersuchungen das die Belastung für Hauptlager der Kurbelwelle (in der Studie zu suchen unter crankshaft bearings) steigen, weil durch die

    permanenten Start/Stopps die Temperatur und Öl Versorgung periodisch schwankt bis abreißt.

    Neuere Motoren sind allerdings darauf vorbereitet um das "fressen" (Scuffing in der Studie) auf ein Minimum zu reduzieren, allerdings: Es findet statt!


    (2) Lebensdauerbeeinflussung des Triebwerk bei Start/Stopp:

    Auf Tribometerprüfständen konnte nachgewiesen werden das ,messtechnisch, Komponenten die am Start und Stopp Vorgang beteiligt sind durch die Grenz- und Mischreibung

    einiges an Lebensdauer, berechenbar, verlieren.


    (3) Zylinderlaufbahn und Kolbenringe:

    Mittels Ionenstrahlmassenspektrometrie wurde mal untersucht was Start-Stopp am Kolben und Zylinder verursacht.

    Die Unterbrechnung der Bewegung während Start/Stopp bricht den hydrodynamischen Ölfilm (EHL-Film in der Studie) sofort auf.

    Der zurückbleibende Tribo-Film verringert sich nachweislich.


    (4) Startverschleißbeschreibung

    In dem Werk gibt es ein ganzes Kapitel darüber wie der Start respektive Start/Stopps, mathematisch und konstruktiv beschrieben, zum Verschleiß in den ersten Sekunden des Motorstarts beitragen.

    Unter anderem wurde hier bewiesen wie in den ersten Milli- bis Sekunden Bauteilverschleiß entsteht bevor die Öl Pumpe den vollen hydrodynamischen Druck aufgebaut hat.


    Nachzulesen in den Studien: (1)"Review of engine journal bearing tribology in Start-Stop apllications", (2) "Tribology of journal bearings Start Stop operations as lifetime factor", (3) "The influence of start-stop transient velocity on the friction and wear behaviour of automotive engines", (4) "Vehicular Engine Design" von Kevin L. Hoag


    Habe ich etwas übersehen oder vergessen zu erwähnen?, bin an eurer Meinung interessiert, definitiv gibt es ein erhöhten Verschleiß im Gegensatz hat man die Motoren in diese Richtung konzipiert.