Beiträge von smc_stefan

    In Österreich zahlt man ab sofort (1.10.2022) auch ein paar Cent pro Liter mehr, da sich die Politiker mal wieder was tolles zur Erhöhung/Einführung von Steuern einfallen haben lassen, dies auch noch mit Stufensystem für die kommenden Jahre :)

    Ja ganz toll, der Individualverkehr trägt mit 1% zum Gesamtschadstoffausstoß bei, wird aber massiv abgestraft.

    Kurz dazu:

    In Oesterreich gilt folgende Regelung noch bis Ende 2022, danach werden wir weitersehen:

    Eine Preiserhoehung ist 1x am Tag um 12:00 Uhr erlaubt, eine Preissenkung beliebig oft.

    Da steht nichts drin, was "Otto Normalverbraucher" nicht schon weiß.

    Fast schon zynisch das Zitat: "Wir werden nun eine ad hoc Sektoruntersuchung mit klarem Fokus auf die Raffinerie- und Großhandelsebene einleiten." :sleeping:


    Viele Grüße

    Gerhard

    Ich denke das gilt hier und ueberall wo halbwegs gebildetes Publikum sich tummelt, meiner (beruflichen) Erfahrung nach ist der "Otto Normalverbraucher" (dem wir meiner Meinung schon etwas entwachsen sind, nicht aus Arroganz sondern aufgrund von Bildung und Einkommen) in vielen Dingen aber relativ uninformiert. Wirft man mit nur wenigen grundsaetzlichen Fachbegriffen der Wirtschaft umher, steigt der "Normalverbraucher" oft ganz schnell aus dem Gespraech aus. Fragt man den "Normalverbraucher" zB ob er gestern im TV das Wirtschaftsmagazin, die Politsendung oder Bauer sucht Frau gesehen hat, wird die Antwort in der Regel klar sein.

    Das ist fuer mich zu einem groszen Teil auch nachvollziehbar, da diese Menschen fuer solche Dinge keinen Kopf haben, wenn sie jeden Monat darauf achten muessen ueber die Runden zu kommen oder das Konto nicht noch mehr in den roten Bereich zu bringen.

    Da gebe ich dir recht, du hast im Detail angefuehrt, was ich so ca. meinte mit "ein wenig" unternehmerische Abzocke.


    Der groeszte Klotz haengt fuer mich aber immer noch bei der Politik:

    - grundsaetzlich sehr umfangreiche Steuern auf Treibstoff in ohnehin schon steuerlich sehr hoch belasteten Laendern wie D und A (in A sind wir mittlerweile bei fast 60 % Steueranteil auf Sprit)

    - durch verfehlte Zinspolitik der EZB, die zu lange Nullzinspolitik und die schnellere Reaktion der FED hat dem Dollar gut geholfen, dies koennte sich aber wieder etwas neutralisieren falls die FED die Zinsen etwas senkt um wieder mehr Geld in den Aktienmarkt zu bekommen, S&P 500, DJ und Nasdaq sind ja derzeit sehr sehr tief, weil viele Investoren in den Dollar gegangen sind. Allerdings gehen aufgrund seiner Staerke derzeit viele internationale Investments in den Dollar, was den Euro zusaetzlich schwaecht.

    - umfangreiche aber eher unbedachte Masznahmen gegen Russland (keine Angst ich bin auch gegen den russischen Einmarsch in die Ukraine). Warum unbedacht, zB kann der Gasmarkt aktuell so erklaert werden. Man kaufte beim Baecker Brot, mag den Baecker aber nicht und laesst es liegen, dann kommt der naechste Kunde, kauft das Brot, welches wir schon gekauft hatten nochmal, um es dann uns wieder zu verkaufen, nur zu einem hoeheren Preis...

    - wenig Weitblick hinsichtlich der Beschaffung von Rohstoffen, enge Bindung an Russland, "alle anderen Oelstaaten sind boese", ja sind sie wahrscheinlich, damit muss man halt klarkommen wenn man das Zeug braucht, Diamanten sind auch beliebt und wachsen bekanntlich nicht auf Baeumen.


    Es greifen hier einfach so viele Faktoren ineinander, allerdings kann in Teilen der Welt der Sprit auch wesentlich unter einem Euro kosten - trotz unternehmerischer Abzocke und da spreche ich nicht von armen Laendern.

    Du kommst um das System nicht rum, solange du den Staat nicht stuerzt, was aber auch keine Loesung ist, da es dann den Normalbuergern ueber Jahre hinweg schlecht geht und langfristig am Ende auch wieder nur eine politische Elite regiert und nicht das Volk. In oesterreich versuchten einige wenige Politakteure lange Zeit eine direkte Demokratie wie in der Schweiz einzufuehren, logischerweise erfolglos, denn dann muessten die Akteure im Elfenbeinturm ja mal was anderes machen als nur eigene Interessen vertreten.


    Erinner dich an die Gelbwesten in Frankreich, das war ein Trara, der Staat ging in die Knie und machte Eingestaendnisse, und heute? Spritpreis in Frankreich nahe dem oesterreichischen Niveau, keine 10 cent billiger, auf lange Sicht hat das also nicht viel gebracht.