Okay - nur um das Thema mal ganz grob anzureißen:
Was bedeuten diese Werte überhaupt?
Kupplungsfülldruck: Der Nntwendige Druck, damit die Kupplung des jeweiligen Planetenradsatzes das anliegende Drehmoment stützen kann
--> Kupplungsfülldruckadaption: Der notwendige Druckwert wird im Betrieb vollautomatisch angepasst. Hierbei prüft das Getriebesteuergerät, wieviel Druck wirklich notwendig ist, damit die Kupplung nicht in den Schlupf gerät. Ganz simpel gesagt: Negative Werte heißen, dass weniger Anpressdruck notwendig ist - der Reibfaktor der Kupplung ist also gut (viel Abrieb auf dem Reibbelag und ein damit fallender Reibwert kann z.B. einen höheren Druck notwendig machen). Mehr Anpressdruck heißt aber nicht automatisch einen schlechten Zustand der Schaltkupplung, hier spielen viele Faktoren eine Rolle.
Sehr hohe positive Druckkorrekturwert können ein Grund sein, mal genauer hinzuschauen (oder endlich das Öl zu wechseln). Pauschal zu sagen "Plus 150mbar erfordern eine 1500€ teure Getriebeüberholung" ist aber fachlich einfach UNSINN.
Kupplungsschnellfüllzeiten:
Wird eine Schaltkupplung geöffnet, fährt diese eine gewisse Strecke bis auf einen definiert Anschlag. Nun unterliegt jedes Getriebe und jeder Reibbelag Fertigungstoleranzen (oder eben Verschleiß), damit schwankt auch dieser Leer-/Öffnungsweg.
Damit der Druckkolben die Reibbeläge möglichst schnell wieder bis zum Schleifpunkt (Kisspoint) heranführen kann, geschieht eine "Schnell(vor)füllung". Der Druckkolben fährt also den Großteil der Leerstrecke möglichst schnell durch (kurzzeitig hohe Zieldruckvorgabe, dadurch maximales Ölfördervolumen), das "Einschleifen" der Kupplung geschieht dann wieder langsam. Das lernt das Steuergerät stetig durch Drehzahl-/Zeitmessungen im Getriebe.
Jeder Schaltgetriebefahrer kennt das vom Losfahren an der Ampel: Das Kupplungspedal wird irgendwann aus gelernter Gewohnheit schnell bis zum Schleifpunkt bewegt und dann langsam eingekuppelt. Nichts anderes ist die Schnellfüllung.
Wie lange diese Schnellfüllung sein muss, hängt also von SEHR vielen Faktoren ab und sagt leider auch pauschal nichts über den Zustand des Getriebes aus. Auch hier sind hohe Werte nur ein Indiz, können aber auch durch ungünstige Toleranzketten ab Werk entstehen und sind KEIN Mangel. Altes Öl / Viskositätsschwankungen usw. können diese Zeit ebenso beeinflussen, wie Belagverschleiß.
Das Schnellfüllen sieht dann meist so aus:
Lösche ich jetzt alle Nase lang diese Adaptionswerte, weil mir das die gängigen Handyapps mittlerweile so leichtfertig anbieten, verliert das Getriebe alles "erlernte". Es muss also von Null auf lernen, wo die Kisspoints liegen (und das auch noch abhängig von Temperatur, Drehmoment, Schaltgeschwindigkeit usw.) und wieviel Druck für für die Einzelsysteme notwendig sind. Das geschieht immer über Schlupf = also erhöhten Verschleiß.
P.S.
Der gute DonSimon hat da mal ein schönes Video gemacht: