Ich kriege meine Platzhalter nicht mehr editiert, wohl zu lange gewartet
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Bezug der Rückenlehne wechseln
Zuerst müssen wir die Lehnen auseinandernehmen. Das Vorgehen rechts wie links ist dabei weitestgehend gleich. Die Fahrerseite hat bloß zusätzlich den mittleren Sicherheitsgurt und die Verriegelungen zu Mittellehne hin.
Die Blende um den Gurt ist einfach "unter" dem Gurt (also in Fahrtrichtung vorne an der Blende) mit zwei Schrauben befestigt. Wenn diese gelöst sind kann man die Blende später einfach hochschieben und durch den Bezug fädelt, die muss nicht vom Gurt runter.
Beim oberen kurzen Stummel zur mittleren Lehne hin muss eine Gummitülle runtergezogen werden, ggf. mit dem Pick mithelfen. Beim der unteren Achse müsst ihr später aufpassen, dass ihr den Bezug zuerst dort wieder auffädelt, bevor ihr mit dem Festklammern beginnt, sonst kriegt ihr den nicht mehr drübergezogen.
Die Blende für die Aufnahme vom Gepäcknetz im abgeklappten Zustand wird einfach ausgeclipst, jeweils rechts und links mit einem Hebelwerkzeug drunter und hoch ziehen.
Die Blende für die Verriegelung der Lehne ist etwas umständlich, die kriegt man nämlich nicht ganz lose. Auf der Rückseite der Lehne wird die auch einfach durch Ziehen nach oben gelöst. Sie hängt dann aber noch vorne unterhalb des Polsters fest:
Blende_Befestigung.jpg
Ich habe die einfach so halb lose da baumeln lassen und bei Bedarf etwas herumgeschoben. Die ist recht flexibel, also biegt sie einfach aus dem Weg, die muss nicht ganz abgenommen werden.
Dann folgen noch die Hülsen für die Kopfstütze. Merkt euch am besten welche Hülse auf welcher Seite sitzt, ich bin mir gar nicht sicher, ob das tatsächlich relevant ist aber sicher ist sicher. Es gibt dafür ein Spezialwerkzeug von BMW, das habe ich mir besorgt aber wahrscheinlich eine günstige Kopie erwischt, das hat überhaupt gar nichts getaugt. Man braucht das aber überhaupt nicht, man kann einfach von oben schräg von hinten nach vorne drückend einen kleinen Schlitzschraubenzieher oder einen geraden Pick einführen und den Rasthaken nach hinten drücken, an der ist oben extra eine Vertiefung dran:
Kopfstuetze_Entriegelung.jpg
Und dann muss noch seitlich die Blechlasche zur Verschraubung in der Karosse abgenommen werden. Da war bei mir eine ungewöhnliche Vielzahnschraube drauf, obwohl es in der offiziellen Anleitung eigentlich nach einer normalen Torx-Schraube aussah. Allerdings hat die 40er-Torx Nuss auch gut darauf gepasst. Schaut aber hier bitte selber, ob die wirklich gut sitzt, bevor ihr die Schraube rund dreht. Die Schraube wird mit 36Nm angezogen und hat dann auch noch gut Schraubensicherung drauf. Ihr braucht also etwas Kraft zum lösen und dementsprechend gut sollte die Nuss sitzen. Gegenhalten müsst ihr da nichts, die Achse kann sich zwar drehen, hat aber im Inneren einen Anschlag. Ich habe einfach den Schlagschrauber genommen... Wenn die Schraube raus ist muss die Blechlasche nur abgezogen werden. Die sitzt formschlüssig über einen trapezförmigen Ausschnitt auf der Achse. Dadurch könnt ihr sie auch später nicht verkehrt montieren sondern habt immer automatisch die richtige Position (Poka-Yoke-Prinzip), außer ihr vertauscht die rechte und linke Lasche komplett
Jetzt sollte alle Peripherie von der Lehne weg/lose sein...
Dann geht es an den Bezug. Dieser hat außen rum einen Keder, welcher doppelt eingeschlagen in eine umlaufende Blechlasche der Lehne eingeschoben ist. Klingt etwas kompliziert, ist es irgendwie auch, aber es ergibt sich dann eigentlich alles beim Machen. Auf dem Bild hier sieht man die Blechlasche und den Keder im ausgeklappten Zustand:
PXL_20250815_093916775.jpg
Um den Keder rauszubekommen habe ich ein Hebelwerkzeug rundherum zwischen Bezug und Lehnenrückseite gesteckt und besagte Blechlasche etwas aufgebogen:
Lehne_aufhebeln.jpg
An der Blende für die Verriegelung ist der Keder offen, wie ihr oben sehen könnt. Dort habe ich dann angefangen den Keder nach oben rauszuziehen. Der klappt sich dann auch gleich etwas um.
Das Schwierige sind die Ecken. Hier muss man einfach etwas Ziehen, mit etwas Feingefühl aber auch mit Überzeugung. Ich war etwas unsicher, da der Keder total nach Weißbruch aussieht:
Keder_Weißbruch.jpg
Ich glaube aber, dass das normal ist und schon beim Einfädeln bei der Erstmontage passiert. Durch das Knicken des Keders beim doppelten Umschlagen bilden sich die Ecken so sauber aus. Also meinem scheint es jedenfalls nicht geschadet zu haben und sehen tut man davon auch überhaupt nichts.
Wenn ihr das rundherum gemacht habt könnt ihr den ganzen Bezug nach vorne umschlagen. Achtet dabei, falls vorhanden, auf die Kabel von Sitzheizung und der Lehnenentriegelung und fädelt die sauber aus.
Zu diesem ganzen Prozedere steht in der offiziellen Anleitung übrigen lediglich 'Mit Spezialwerkzeug XY (so ein Keil, ähnlich dem Blauen auf dem Bild) den Keder lösen und ausfädeln' mit einem Bild der Rückenlehnerückseite mit grob eingezeichneter Kederposition und das wars
Als nächstes geht es wieder an die Polsterklemmen. Auf der Fahrerseite könnt ihr aufgrund besagter Achse den Bezug nicht ganz umschlagen. Hier müsst ihr von rechts nach links arbeiten, auf der Beifahrerseite ist es egal wie rum:
Lehne_links.jpg
Es sind pro Rückenlehne 16 Polsterklemmen, vier mal vier den Nähten des Bezugs folgend.
Der Zusammenbau erfolgt auch wieder grundsätzlich in umgekehrter Reihenfolge. Ihr müsst jedoch unbedingt vor Einsetzen des Keders die Blechlasche wieder zu biegen. Später habt ihr durch den Keder dafür keinen Platz mehr, da Blech ja immer etwas überbogen werden muss. Lieber etwas enger biegen und bei Bedarf wieder etwas aufmachen. Dann sitzt das schön eng und sieht das auch wirklich genau wieder wie ab Werk aus. Die Ecken sind wie eine Art Kamm gestaltet, da sich Blech ja nicht gut in zwei Richtungen gleichzeitig biegen lässt. Lasst diese tendenziell einen Ticken weiter offen, ich hatte eine der kleinen Laschen eingeklemmt, die hat mir die Ecke dann blockiert. Aber auch hier ist alles reversibel, einfach den Keder nochmal hochnehmen und zurückbiegen.
Ihr könnt vorab, wenn ihr den Bezug lose habt, mal mit dem Keder rumprobieren und den Umschlagen, dann kriegt ihr ein Gefühl dafür, wie der sich verhält und merkt auch, wie er die Ecken ausbildet.
Fangt dann am besten mit den Ecken an, der Keder bleibt nicht gerne doppelt umgeschlagen und ihr braucht auch etwas Platz/Spiel dafür:
Keder_Ecke.jpg
Wenn die Ecken drin sind könnt ihr die Seiten einfach von den Ecken aus in die Blechlasche drücken. Der Keder klickst in so Vertiefungen in der Blechlasche ein und sitzt dann wieder top
Der Rest ist dann Wiederholen der vorherigen Schritte in umgekehrter Reihenfolge, solange bis ihr wieder vor dem vollständigen Auto steht. Besagte Drehmomente bitte beachten, da es um sicherheitsrelevante Funktionen geht (Anschnallgurt, Ladungssicherung).
So, das wars, ich hoffe es hilft mal dem einen oder anderen und falls es Fragen gibt meldet euch gerne! Viel Spaß beim Schrauben ![]()