Das Thema sollte man weder der Youtube Akademie noch Pseudowissenschaften gar dem Stammtisch überlassen.
Grundsätzlich belastet StartStopp die Mechanik definitiv mehr als ein Dauerlauf. Allerdings wurden die Motoren mit der Zeit
auch immer besser auf diesen Einsatz vorbereitet.
(1) Mangelschmierung der Lagerschalen bei Start/Stopp:
Hydrodynamischer Schmierfilm, wenn der Motor läuft, erzeugt die Drehung der Kurbelwelle einen Öldruck, in diesem "schwimmt" die Welle auf und trennt die Metallflächen.
Stoppt der Motor, fällt der Öldruck ab und die Kurbelwelle "sinkt" durch ihr Eigengewicht auf die Lagerschale.
Beim erneuten anlassen herrscht für kurze Zeit eine Mischreibung aus noch vorhandenem Ölfilmrest und den Metalloberflächen (Zu dünnes Öl ist ein anderes Thema)
Lagerschalen wurden mit Beschichtungen allerdings auf diesen Einsatz vorbereitet und die meisten Öle angepasst, die genau in der Millisekunde Lagerschale und Welle schützen sollen.
Bewiesen wurde in tribologischen Untersuchungen das die Belastung für Hauptlager der Kurbelwelle (in der Studie zu suchen unter crankshaft bearings) steigen, weil durch die
permanenten Start/Stopps die Temperatur und Öl Versorgung periodisch schwankt bis abreißt.
Neuere Motoren sind allerdings darauf vorbereitet um das "fressen" (Scuffing in der Studie) auf ein Minimum zu reduzieren, allerdings: Es findet statt!
(2) Lebensdauerbeeinflussung des Triebwerk bei Start/Stopp:
Auf Tribometerprüfständen konnte nachgewiesen werden das ,messtechnisch, Komponenten die am Start und Stopp Vorgang beteiligt sind durch die Grenz- und Mischreibung
einiges an Lebensdauer, berechenbar, verlieren.
(3) Zylinderlaufbahn und Kolbenringe:
Mittels Ionenstrahlmassenspektrometrie wurde mal untersucht was Start-Stopp am Kolben und Zylinder verursacht.
Die Unterbrechnung der Bewegung während Start/Stopp bricht den hydrodynamischen Ölfilm (EHL-Film in der Studie) sofort auf.
Der zurückbleibende Tribo-Film verringert sich nachweislich.
(4) Startverschleißbeschreibung
In dem Werk gibt es ein ganzes Kapitel darüber wie der Start respektive Start/Stopps, mathematisch und konstruktiv beschrieben, zum Verschleiß in den ersten Sekunden des Motorstarts beitragen.
Unter anderem wurde hier bewiesen wie in den ersten Milli- bis Sekunden Bauteilverschleiß entsteht bevor die Öl Pumpe den vollen hydrodynamischen Druck aufgebaut hat.
Nachzulesen in den Studien: (1)"Review of engine journal bearing tribology in Start-Stop apllications", (2) "Tribology of journal bearings Start Stop operations as lifetime factor", (3) "The influence of start-stop transient velocity on the friction and wear behaviour of automotive engines", (4) "Vehicular Engine Design" von Kevin L. Hoag
Habe ich etwas übersehen oder vergessen zu erwähnen?, bin an eurer Meinung interessiert, definitiv gibt es ein erhöhten Verschleiß im Gegensatz hat man die Motoren in diese Richtung konzipiert.